35. Internationale Jänner-Rallye

03. - 05. Jänner 2020 / Freistadt / O.Ö.

Gänzlich ohne Schnee startete die Jänner Rallye 2020 mit dem Shakedown, bei dem Simon Wagner und Gerald Winter ihren Skoda Fabia R5 Evo nach etwas mehr als vier Monaten Abstinenz auf festem Untergrund erstmals wieder auf Asphalt bewegen konnten. 

Schon auf den beiden Vormittagsschleifen des ersten Wertungstages schien sich die Vermutung von Fans und Fachleuten, dass der Sieg zwischen den beiden Wagner Brüdern Simon und Julian und dem Staatsmeister Hermann Neubauer ausgefahren würde, zu bewahrheiten. Die drei Favoriten setzten im Wechsel alle Bestzeiten und distanzierten Johannes Keferböck auf Platz vier und das übrige Feld mit über einer halben Minute Rückstand bereits deutlich.  

 

Nachdem der Vormittag noch bei nahezu frühlingshaften Bedingungen ausgetragen wurde, zeigte die Jänner-Rallye am Samstagnachmittag erstmals ihr wahres Gesicht und erwartete die Teilnehmer mit schmierigen und eisigen Passagen. 

 

“Vorjahrs-Sieger Julian Wagner touchierte auf SP 7 St. Oswald – Sandl mit dem linken Heck seines Skoda Fabia R5 einen Baumstumpf, ruinierte sich dabei Hinterrad und Bremsscheibe und musste mit Copilot Jürgen Heigl mitten in der Prüfung selber Hand anlegen, um das Malheur provisorisch reparieren zu können. Allerdings dauerte dieser „Eingriff“ ganze 12,5 Minuten und kostete somit jedwede Chance, den Sieg zu wiederholen.

 

Der 2 Wertungstag präsentierte sich eisig, frostig, bizarr und tief winterlich. Während jedoch fast alle Teams auf die Vorhersagen reagierten und in der Nacht ihre Autos auf Schotterfahrwerk mit schmalen Spikes umrüsteten, bekam Simon Wagner diese Chance nicht, weil seine Crew technisch nicht in der Lage war, diesen wichtigen Umbau in der vorgeschriebenen Servicezeit zu schaffen. Die Folgen waren fatal.

Wagner war mit dem am Tag zuvor erfolgreichen Asphalt-Fahrwerk und breiteren Reifen auf Schnee und Eis chancenlos, verspielte innerhalb von nur zwei Wertungsprüfungen in Liebenau und Unterweißenbach seinen gesamten „unaufholbaren“ Vorsprung von 1,45 Minuten (!) und fand sich plötzlich nur noch auf Platz zwei wieder. Und selbst dieser war plötzlich in Gefahr, weil hinter Simon Wagner zum einen Günther Knobloch (Skoda Fabia R5) Druck machte als auch die Mühlviertler Lokalmatadore wie Michael Lengauer oder Martin Fischerlehner in gewohnt beherzter Weise alles und noch mehr aus ihren motorisch unterlegenen Boliden (Subaru WRX bzw. Mitsubishi Evo VI) herausquetschten.

Spätestens als sich die letzten beiden Prüfungen im tiefer gelegenen Lasberg als doch nicht so trocken und damit chancenreich entpuppten wie von Simon Wagner erhofft, musste dieser seinen ersten Sieg in Freistadt aufgeben und Hermann Neubauer seinen ersten im Mühlviertel überlassen.

Den packenden Krimi um Platz drei entschied schließlich Michael Lengauer auf der letzten Sonderprüfung um 3,2 Sekunden vor Günther Knobloch und 7,9 Sekunden vor Martin Fischerlehner für sich.

 

Impressionen von der 35. Jänner-Rallye

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